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Die Bahn stellt sich den Fragen der Lichtenrader PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 29. April 2018

Voller Saal im Gemeindehaus

Das Gemeinschaftshaus war mit 400 Lichtenrader Bürger und Bürgerinnen gedrängt voll. Die letzten Besucher mussten sich mit einem Stehplatz begnügen.
Als Vertreter der Deutschen-Bahn haben der Projektleiter Dresdner Bahn, Dipl.-Ing. Holger Ludewig und sein Kollege Hr. Döring die Fragen der Lichtenrader Bürger und Bürgerinnen beantworteten.
Die teils emotionale Debatte hat gezeigt, dass die Lichtenrader sich mit der ebenerdigen Lösung nicht anfreunden können.
 

Wichtige Fragen der Bürger und Bürgerinnen waren:


Gibt es Ersatzverkehr für die S-Bahn und wie wird diese eingerichtet? Die Erfahrungen mit dem Ersatzverkehr von April 2018 und aus dem Jahr 2016 gaben Grund für viele Nachfragen. Zum Beispiel, wie Eltern mit Kinderwagen oder mobilitätseingeschränkte Personen trotzdem zur Arbeit kommen?

Die Deutsche-Bahn sieht sich hier nicht verantwortlich, leitet aber die Erfahrungen und Anregungen an die S-Bahn Berlin weiter. Der Ersatzverkehr wird von der S-Bahn Berlin organisiert. Für mobilitätseingeschränkte Personen wird ein kostenloses Ruftaxi bereitgestellt.
Wer hier anspruchsberechtigt ist, werden wir an dieser Stelle nachreichen. Für die nächsten Monate sind schon einige Wochenenden mit Ersatzverkehr geplant über die wir auf unserer Webseite berichten werden.
In Leipzig hieß es noch, dass man versuchen will die S-Bahn ohne Unterbrechungen fahren zu lassen.

Was passiert in der Unterführung Bahnhofstrasse bei einem starken Regenfall? Sind die Versorgung mit Bussen und die Erreichbarkeit durch die Feuerwehr gesichert?
Die Vertreter der Bahn erklärten, dass ein Regenbecken eingerichtet wird, welches einen "reglementierten Starkregen" von 35 min Länge (Update: Regenzeit wurde nach Abstimmung mit der Bahn korrigiert) ohne abpumpen aufnehmen kann. Zwei redundanten Pumpen soll dann auch eine längere Zeit eine Überflutung verhindern.
Wenn es bei einem Gewitterregen also zu einem zusätzlichen Stromausfall kommt, dann ist eine Überflutung nicht zu verhindern und die Versorgung mit Rettungswagen wird im Westteil Lichtenrades schwierig. Überschwemmungen werden voraussichtlich durch die Maßnahmen nicht zu verhindern sein. Schließlich müssen hier 3.000 m² Regenfläche aufgefangen werden.

Was ist beim Bau der Bahnhofstrasse zu erwarten?
Einen durchgängigen S-Bahnverkehr kann die Bahn nicht gewährleisten. Im Besonderen wird der S-Bahn Verkehr zwischen Lichtenrade und Blankenfelde mehrere Jahre eingestellt. Aber auch nördlich von Lichtenrade wird häufiger mit Ersatzverkehr zu rechnen sein.
Die Querung der Baustelle soll an der Bahnhofstrasse jederzeit barrierefrei möglich sein. Während der geplanten 3-4 jähriger Bauzeit des Bahnhofs und der Brücke wird die Bahnhofstrasse gesperrt (2020-2023). Die Bahn stimmt sich zurzeit mit dem "Aktiven Zentrum Lichtenrade" ab, um Probleme bei der Bautätigkeit zu mindern.

Die Sperrung der Bahnhofstrasse und später der Wolziger Zeile wird für Lichtenrade eine Herausforderung. Unser Vorstand Herr Roesler hat nochmals darauf hingewiesen, dass nur der Senat von Berlin diese Situation hätte verhindern können, wenn er sich an der Klage in Leipzig beteiligt hätte. Nun müssen die Lichtenrader die Suppe auslöffeln.


Wann wird mit dem Bau begonnen? Warum wurden schon jetzt die Bäume gefällt?
Herr Ludewig erklärte dazu, dass die Bauvorbereitungen schon begonnen haben und in diesem Jahr weiter geführt werden. Die Rodungsflächen werden auf Kampfmittel untersucht und Kabelkanäle angelegt. Die Baumaßnahmen an der Bahnhofstrasse beginnen dann 2020.
Relativ zeitnah werden auf der westlichen Seite die Schallschutzwände gestellt, damit die Anwohner auf dieser Seite vor dem Baulärm geschützt werden.
Die Bürgerinitiative geht, wie bei allen Baumaßnahmen in Berlin, von Verzögerungen aus. Das kann auch bedeuten, dass die Sperrung der Bahnhofstrasse länger andauern kann.

Was ist mit dem Baulärm?
Für das Projekt Dresdner-Bahn ist ein Baulärmverantwortlicher festgelegt worden (Herr Seubert, Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können , Tel: 030 34 64 98 04). Dieser steht für Informationen über die Planungen des Baus und den daraus entstehenden Lärm zur Verfügung. Die Bahn plant in Einzelfällen auch an Wochenenden und während der Nachtruhe zu bauen und dazu eine Sondergenehmigung beim Senat zu beantragen. Für die Lichtenrader stellt sich hier die Frage, ob das wirklich notwendig ist. Wir werden uns das genau ansehen.
Wenn der Lärm die Schwellwerte überschreitet, kann eine Ersatzwohnung von der Bahn bereitgestellt werden. Auch können beim Lärmbeauftragen Lärmmessungen beantragt werden, wenn der Eindruck entsteht, dass die Schwellwerte überschritten werden.

Von Seiten der Bahn wurde auch auf die folgenden Informationsmöglichkeiten hingewiesen:
* Infopunkt auf dem Bahnhof der S-Bahn Lichtenrade
* Mailadresse: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Auch während der Bauzeit stehen die Vertreter der Bahn für weitere Informationsveranstaltungen zur Verfügung. Vielleicht gelingt es bei nächsten Treffen einen Verantwortlichen für den Ersatzverkehr und den Baulärmverantwortlichen als Teilnehmer zu gewinnen.

Für die Bürgerinitiative gibt es also viel zu tun!

* Wir setzen uns dafür ein, dass der Ersatzverkehr besser läuft.
* Wir unterstützen die Anwohner beim Rechtsschutz und der Beweissicherung.
* Wir müssen genau hinsehen, wie es sich mit dem Baulärm verhält. Sondergenehmigungen für Nacht- und Wochenendarbeiten sollten wir uns genau ansehen.

Es bleibt dabei: Wir profitieren zwar nicht von dem Neubau der Bahnstrecke, müssen aber den Lärm und die Belastungen durch den Bau und die Zerteilung Lichtenrades ertragen.

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 8. Mai 2018 )
 
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